Aortenchirurgie in zwei Schritten

Die zugrunde liegenden Berichte zeigen eine komplexe, zweizeitige Behandlung: zunächst TEVAR eines 70-mm-Thorakalaortenaneurysmas, anschließend nach mehreren Wochen EVAR eines rasch progredienten Bauchaortenaneurysmas, mit gezieltem Konzept zum Schutz der spinalen Perfusion. Beim EVAR wurden CT-basierte Planung, intraoperative Qualitätskontrolle und die Korrektur einer proximalen Bird-Beak-Konfiguration dokumentiert; die Abschlussangiographie zeigte kein Endoleak.

Doppel-Problematik eines thorakalen Aortenaneurysmas 70mm und eines Bauchaortenaneurysmas schnell wachsend > 10mm/ 6 Monate



Bei ausgedehnten Erkrankungen der Aorta entscheidet nicht allein die technische Durchführung eines Eingriffs über die Sicherheit der Behandlung. Ebenso wichtig sind präzise Bildgebung, individuelle Planung und die richtige Reihenfolge der einzelnen Therapieschritte.

Bei einer Patientin bestanden gleichzeitig zwei behandlungsbedürftige Aortenaneurysmen: ein grosses thorakales Aneurysma von rund 70 mm mit hohem Rupturrisiko sowie ein rasch wachsendes Bauchaortenaneurysma.

Aufgrund der höheren unmittelbaren Gefährdung wurde zunächst das thorakale Aneurysma durch eine endovaskuläre Stentgraft-Behandlung (TEVAR) ausgeschaltet. Die Versorgung des Bauchaortenaneurysmas erfolgte bewusst erst einige Wochen später. Durch dieses stufenweise Vorgehen sollte sich die Durchblutung des Rückenmarks über zusätzliche Kollateralgefässe stabilisieren und das Risiko einer spinalen Ischämie möglichst reduziert werden.

Intra-Operative Bildgebung eines thorakalen Aortenaneurysmas 70mm

TEVAR perkutan CT-Kontrolle

Im zweiten Schritt wurde das Bauchaortenaneurysma mittels perkutaner EVAR behandelt. Die Implantation wurde anhand der CT-Angiographie detailliert geplant und während des Eingriffs angiographisch kontrolliert. Eine nicht optimale proximale Anpassung des Stentgrafts wurde unmittelbar erkannt und durch eine zusätzliche Stentgraft-Manschette korrigiert.

EVAR perkutan mit proximaler Cuff-Extension bei Bird Beak Konfiguration

Die abschliessende Kontrolle zeigte eine stabile Prothesenlage ohne nachweisbares Endoleak. Motorik und Sensibilität waren postinterventionell vollständig erhalten.

Der Fall verdeutlicht einen wesentlichen Grundsatz moderner Aortenchirurgie:

Komplexe Aortenpathologien benötigen nicht möglichst viele Eingriffe in möglichst kurzer Zeit, sondern eine individuell abgestimmte Strategie, bei der Anatomie, Rupturrisiko und Organprotektion gemeinsam berücksichtigt werden.

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Komplexe Redo-TEVAR bei 7 cm thorakalem Aortenaneurysma