Was hat eine Quietschente mit Gefässchirurgie zu tun?

Das „Gummi-Entli“: ein kleines Drück-Signal, das in bestimmten OP-Situationen die neurologische Überwachung unterstützt.

Eine Quietschente im OP? Klingt kurios – kann aber ein erstaunlich nützliches Hilfsmittel sein. Eine kleine Geschichte aus der Carotis-Chirurgie über Patientensicherheit, Monitoring und Menschlichkeit.

Manchmal sind es nicht die grossen Geräte, die im Gedächtnis bleiben, sondern ein kleines Detail, das eine wichtige Funktion erfüllt. So wie eine Quietschente im Operationssaal.

Ein Patient hat mir nach einer Operation an der Halsschlagader (Carotis) einen Dankesbrief geschrieben. Neben den medizinischen Abläufen und der guten Betreuung blieb ihm ein Moment besonders präsent: Während des Eingriffs sollte er immer wieder ein kleines „Gummi-Entli“ drücken.

Das klingt nach Humor im OP – hat aber einen sehr ernsthaften Hintergrund.

„Bitte drücken“ – ein einfaches Signal mit grosser Bedeutung

Bei Carotis-Eingriffen steht die Sicherheit des Gehirns im Zentrum. Je nach Situation und Vorgehen ist es hilfreich, wenn Patientinnen und Patienten (wach oder teilwach) einfache Aufgaben ausführen. So lassen sich Hinweise auf Veränderungen der neurologischen Funktion unmittelbar erkennen.

Ein wiederholtes Drücken ist dafür ideal: Es ist leicht verständlich, gut beobachtbar und auch dann möglich, wenn man gerade nicht viel sprechen möchte. Das „Entli“ dient in diesem Zusammenhang als griffiges, einprägsames Drück-Signal – unkompliziert, aber wirkungsvoll.

Hightech und Menschlichkeit gehören zusammen

Was mich an solchen Rückmeldungen besonders freut: Der Patient hat nicht nur die Operation selbst hervorgehoben, sondern auch das, was man nicht in Messwerten abbilden kann – klare Kommunikation, Präsenz, Fürsorge. Gerade in der Gefässchirurgie entsteht Vertrauen durch Präzision und durch ein Team, das Menschen ernst nimmt, begleitet und verständlich erklärt.

Zurück in den Alltag

Nach dem Eingriff berichtet der Patient von guter Erholung, geplanter Nachkontrolle und einem vorsichtigen Wiedereinstieg in Bewegung und Alltag. Genau darum geht es letztlich: Risiken senken, Sicherheit schaffen – und Lebensqualität erhalten.

Eine Quietschente hat in der Gefässchirurgie mehr zu suchen, als man denkt. Sie steht für etwas sehr Konkretes: Patientensicherheit entsteht aus vielen Bausteinen – manchmal aus komplexer Technik, manchmal aus einer einfachen Aufgabe wie: „Bitte drücken.“

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